Berlin

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Mittwoch, 22. Juni 2016

Buch der Woche - AEnglisch von Sarah Kirsch


"Wunderbar als early birds  beim Italiener nahe am Hafen britisches Rind gegessen. sehr gut isses gewesen. Im schönen Licht retour. Sonnenfinger durch Wolkenlöcher. Jeden Tag mindestens 7 km geloofen. Bin bei 54 Kilo Gewicht, wenn die Waage hier stimmt."

Das Reisetagebuch AEnglisch von Sarah Kirsch, in dem diese über eine Reise nach Cornwall und Devon berichtet, die sie im Jahre 2000 mit ihrem Sohn Moritz unternommen hat, ist eine leichte und beschwingende Lektüre. Ich möchte jetzt auch sofort Cornwall und Devon bereisen, zum Beispiel in St. Ives das Atelier von Barbara Hepworth besuchen, das auch in meinem Buch Meine hippe Hütte aus dem Knesebeck Verlag so verlockend beschrieben wird. Man möchte England einmal bereisen und sich an der Exzentrizität der Engländer laben, die sprichwörtlich und bekannt ist, die von Sarah Kirsch im schmalen Buch immer wieder bestätigt wird. Da fahren Züge früher ab, weil voll, und in Hotels gibt es keinen Stuhl aber eine nackte Glühbirne als Lampe. Sarah Kirsch lässt sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr scheint man bei der Lektüre Zeugin zu sein des Prozesses, in welchem sie sich die Eindrücke genießerisch einverleibt, um daraus später Worte zu gebären. Ich mag das Buch, weil ich gerne Tagebücher lese und dieses in vieler Hinsicht originell ist. Niemand schreibt wie Sarah Kirsch. Wie Sarah Kirsch schreibt, kann ich eigentlich gar nicht beurteilen, denn dies ist mein erstes Buch von ihr. Aber ich lese es und glaube, sofort einen Teil dieser Schriftstellerin, die eine der großen deutschen Lyrikerinnen ist, zu begreifen. Ihren Humor und ihre Eigenart, die etwas burschikoses hat, fast schnodderig, lebensfroh und neugierig, jemand, der sich auf gar keinen Fall für dumm verkaufen lässt und die Schönheit Cornwalls zu schätzen weiß, ohne dabei Pilcher-mäßig enthemmt zu schwärmen. Da ist so eine unprätentiöse,berlinerische Schlauheit in jedem Tagebucheintrag, eine Ehrlichkeit, die es nicht nötig hat, sich hinter der Maske der Schickeria, der Kulturtätigen, der Berühmten, die sie damals längst war, zu produzieren. Landschaftsbeschreibungen folgen solchen von Momenten der Ruhe im Hotelzimmer, wo sie sich selbst ihren Koffie zubereiten kann, was sie freut und sehr genießt, Besichtigungen, Spaziergänge, creamed tea sessions im einen oder anderen Café, Regen und Sonne, "Später sind wir noch uff zwei Leuchttürme gestiegen mit allerlei maritimem Kram. Auf dem kleinen durfte man draußen sich vom Winde umarmen lassen. In dem großen gab es eine umfangreiche Radio-Sammlung...Ich fand so ein Radio-Modell, wie ich es aus meiner frühesten Kindheit noch kenne. Das im letzten Kriegsjahr aber abgegeben weerden mußte. Weshalb weeß der Kuckuck! Kann mir das jemand sagen?"
Angereichert wird der kleine Band aus der Deutschen Verlags Anstalt  durch Fotos und Faksimile-Seiten aus dem Original-Tagebuch. Eine wirklich lohnenswerte Lektüre, nicht nur für jene, die es nach Cornwall zieht.

(c) Susanne Becker 


Freitag, 17. Juni 2016

Buch der Woche - Fallensteller von Sasa Stanisic

"Der Druck von hinten, das Geschiebe. Mo und ich können ja nicht für immer dieses Leben selbst aussuchen. Es ist unausweichlich, dass wir irgendwann irgendwo bleiben und für jemand anderen, einen Polizisten vielleicht, unausweichlich sind."
Für mich ist das neue Buch von Sasa Stanisic in all seinen verschiedenen Geschichten, genau immer wieder ein Buch über dieses Thema: Wie wir Menschen, und vielleicht auch wir Tiere, versuchen, uns unser Leben selber auszusuchen, wie von hinten geschoben wird, so dass wir dabei in Fallen geraten, unvermeidlich; wie wir uns danach sehnen, für jemanden, für etwas unausweichlich zu sein, wovor wir uns im gleichen Moment auch entsetzlich fürchten, weil diese Unausweichlichkeit ja die Falle schlechthin ist, in der man dann möglicherweise ein Leben lang sitzt. Alle Helden sind wirklich Helden in diesem Buch, weil sie sich so unglaublich ernsthaft und aufrichtig abmühen damit, Menschen zu sein. Dabei wird kaum ein Thema ausgespart, das uns heute beschäftigt. Dies geschieht in keinster Weise plakativ, sondern wie es die gesellschaftliche Aufgabe eines Schriftstellers idealerweise vorsieht, hat Stanisic bereits ganz viel von dem, was gerade erst geschieht, verdaut, daraus Geschichten gemacht, die das Außergewöhnliche bereits aus dem Blickfeld der Gewöhnlichen zu etwas macht, das ganz und gar zu zu uns und unseren Leben dazu gehört.
Wunderbar ist das und poetisch ist das neue Buch von Sasa Stanisic auch, dabei so voller Fabulierlust, dass man beim Lesen süchtig wird. Selten trauen sich Autoren, ihrer Fantasie so derart freien Lauf zu lassen. Wenn sie es tun, ist es in den meisten Fällen nicht so gut, wie bei Stanisic. Ich bin noch nie einem Autor in den Wald gefolgt, um mit einer Hirschherde "eine Runde Fifa auf der X-Box zu spielen, und alle Hirsche wollen als FC Bayern spielen", der Oberhirsch heißt auch noch Dietmar, ganz ehrlich, das könnte mir kein anderer Autor unterjubeln, ohne dass ich das Buch zuschlagen und mich etwas anderem widmen würde. Aber bei Stanisic ist die Fabulierlust so meisterhaft, so tiefgründig und wunderschön, dass ich in der U-Bahn mehrere Stationen zu weit fahre, mit Dietmar, und irgendwann verwundert feststelle, dass die U-Bahn nicht mehr fährt, sondern in einer Art dunklem Tunnel steht, leer, das Licht innen geht auch aus. Ich panicke. Dietmar, wo sind wir? Da kommt der BVG-U-Bahnfahrer, grinst meine Panik an, geht im dunklen Tunnel außen an der Bahn vorbei, winkt majestätisch, steigt am anderen Ende wieder in die U-Bahn-Fahrerkabine ein und fährt aus dem Tunnel raus. Das Licht geht an und ich merke, ich bin über die Endhaltestelle hinaus gefahren und jetzt ist diese Endhaltestelle die Anfangshaltestelle. Das macht aber nichts. So habe ich mehr Zeit zum Lesen gewonnen.

Fallensteller also, ein Band voller Erzählungen, erschienen im Luchterhand Literaturverlag. Ich gebe zu, die ersten beiden Geschichten haben mir nicht so gut gefallen, auch im Rückblick mag ich sie nicht. Ich wollte das Buch schon beiseite legen, war auch ein bisschen enttäuscht. Aber immerhin war es Stanisic,  ich hatte ihn schon einmal live gesehen, und ich hatte seine anderen Bücher gelesen und geliebt. Da legt man ein Buch nicht so einfach zur Seite, was eine gute Entscheidung war. Denn im dritten Kapitel schlug die Fanfalle zu und seitdem sitze ich darin fest, ziemlich beglückt, beschwipst von dieser Sprache, die einfach immer weiter fließen sollte, wie Kölsch, oder meinetwegen Champagner, so dass ich nichts anderes mehr lesen muss.
Auf trat also Mo, und eine Icherzählerin, die ich ewig für einen Icherzähler hielt, bis sie irgendwann, in der dritten oder so Geschichte von den beiden, als "deine Kleine" tituliert wurde, von den Pizzaalbanern. Da waren die Geschichten, die vorher schon gut waren, noch viel besser. Weil da dieses Kribbeln dazu kam, das eben da ist, wenn ein Typ und eine Kleine bestimmte Storylines zusammen erleben.
"Mo und ich wollen zu den christlichen Menschenrechtsaktivisten stoßen, die auf einem Rheinfloß in einer Rheinstadt ein Rheinfest feiern. Das Wasser steht uns unsymbolisch bis zum Hals." Weil Mo in die Menschenrechtsaktivistin Rebekka aus Köln verliebt ist, schwimmen sie also durch den Rhein zu diesem Floß und mischen sich unter die Menschenrechtsaktivisten. Denn Mo ist niemand, der die Liebe leicht nimmt. "Mo bemüht sich einfach stärker um Liebe, als das heutzutage üblich ist, wo es oftmals reicht, dass zwei Menschen in die gleiche Richtung auf ihrem Smartphone wischen, um miteinander quasi schon im Bett zu landen." Ein andermal sind sie, auch wieder wegen Rebekka, auf einer Vernissage in Stockholm, wo sie dann eines der Bilder der ausstellenden syrischen Surrealistin stehlen, um es teuer zu verkaufen und ihr das Geld dann zukommen zu lassen. "Man kann ja nicht immer nur nichts tun."
Mo und die Kleine begegnen uns immer wieder in den Geschichten, verfolgen eine Turteltaube in Reykjavik oder tauchen unangemeldet auf der Vor-Hochzeits-Party seiner Schwester Sabrina auf, wo Teams gebildet und Spiele gespielt werden. Ständig gibt es in diesen Geschichten Situationen, die peinlich sind und in denen man total als Alien auffällt. Großartig!
Nach Mo treffe ich Hirten, auf der Romanija, wo es auch mal, fast, eine Fabrik gegeben hätte. Auch die haben mich sofort auf ihrer Seite. "Ich habe gehört, auf dem Karstklotz namens Romanija, zwischen öden Kalkschollen und Hügelgräbern aus Klaubsteinen, Gräbern für illyrische Hirten und jugoslawische Partisanen stehe eine Fabrik. Sie hat ein paar bescheidene Träume hergestellt. Die Hirten haben ihrem Räuspern gelauscht und hüten ihr Zögern."
Schließlich ist da noch Georg Horvath. In einem Flugzeug auf dem Weg nach Brasilien sitzt er neben einem Asiaten, der ihn den ganzen Flug über, zu seiner Irritation, nicht beachtet, sondern Filme mit Außerirdischen schaut, während Georg Horvath sich den Inflight-Riesling so reichlich schmecken lässt, dass er sich nach der Landung verirrt. Auch ihm begegnen wir mehrfach.

Ich habe das Buch noch lange nicht beendet, Gott sei Dank. Es wäre ein Jammer, all diese Charaktere, die so echt sind, und gleichzeitig so verrückt, schon wieder zu verlassen. Also, echte Charaktere müssen ja verrückt sein. So wie echte Menschen. Jeder hat schließlich seine Macken. Diese Macken erkennt und poetisiert Sasa Stanisic mit einer ungeheuren Leichtigkeit und Liebe zu den Typen und ihren Geschichten. Auch platzt das Buch vor Humor, einerseits, vor Melancholie andererseits, weil es eben nicht so leicht ist, dieses Leben, man verzettelt sich, so mag es erscheinen, unvermeidlich. Aber doch ist es eines der positivsten Bücher, die ich bislang in diesem Jahr gelesen habe. Es ist nicht so witzig, dass man ständig lachen müsste (wie mir das zum Beispiel bei Meyerhoff erging), sondern es ist feiner, so dass man lächelt, die ganze Zeit, beglückt, unter diesen Menschen gelandet zu sein, die so einzigartig, verrückt und verloren sind.
Mo und Georg Horvath, so wie Lada, den wir schon aus "Vor dem Fest" kennen, gehören schon jetzt zu meinen Lieblingscharakteren in Büchern, also ich meine "Lieblingscharaktere aller Zeiten und für immer, nicht nur gerade jetzt". In "Vor dem Fest" gab es noch Momente, wo ich mich fragte, warum die Geschichte aufgeschrieben werden musste. Ich nahm Enden wahr, die irgendwie im Leeren verbaumelten. Aber bei Fallensteller kommt mir dieser Gedanke gar nicht mehr. Die Geschichten, die teilweise Fortsetzungen sind, dringen weiter in die Tiefe und in die Breite, sie führen stellenweise "Vor dem Fest" fort, erzählen auch, wie es dem Ort ging, der durch diesen Jugo-Autor plötzlich zu einer Art literarischen Metropole geworden ist. "Später sind dann "Literatur-Touristen hergeradelt, "auf den Spuren des Buchs". Kamen bei Ulli vorbei, wollten Fotos machen. Musst du dir mal vorstelle! Pichelst schön in aller Ruhe deine Molle, plötzlich latscht ein Lesezirkel aus Lübeck in die Garage."
Die Geschichten locken die baumelnden Enden in die Falle, nicht alle, was aber gut ist, man darf sich schon auf Stanisics nächstes Buch freuen. Möge seine Fabulierlust niemals enden. Amen!

© Susanne Becker



Donnerstag, 9. Juni 2016

Meine Lieblingsbuchhändlerinnen stellen ihre Lieblingsbücher vor (18)

Die Kreuzberger Buchhändlerinnen Katja Weber und Jessica Ebert stellen in loser Folge hier Bücher vor, die Ihnen gerade gut gefallen oder einfach aufgefallen sind. Sie lesen ständig und wenn der seltene Fall eintritt, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich als nächstes lesen oder aber einer Freundin schenken soll, habe ich bei den beiden noch immer Hilfe gefunden. 

Alle hier genannten Bücher könnt Ihr natürlich in ihrem wunderbaren Buchladen ebertundweber in Kreuzberg kaufen. 
Hatte ich erwähnt, dass es mein Lieblingsbuchladen ist, und dass sie jetzt auch bei Facebook sind? 



Liebe Susanne,

ich habe ein Buch gelesen! Toll nicht wahr.?
Lese viel zu wenig in diesem Frühjahr/Sommer.
Aber "Der Papierjunge" von Sofia Andruchowytsch aus dem Residenz Verlag, hat mich wieder auf die gute Bahn gebracht.Es ist aus dem Ukrainischen übersetzt.
Eigentlich eine Dreiecksgeschichte, die in einer galizischen Provinzstadt, (heute Westukraine), um 1900 spielt.Die Dienstmagd Stefa, ihre Herrin und ihr Mann. Alles an dieser sprachlich virtuos erzählten Geschichte ist ungewöhnlich.Die Charaktere alle sehr eigen fast bildhauerisch literarisch ausgearbeitet. Das Spiel mit Illusion und Wirklichkeit, das Eintauchen in der Epoche kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges mit der Vorahnung eines politischen Erdbebens, das das Leben aller für immer verändern wird. Die große Phantasie, mit der die Autorin die Erzählstränge miteinander verflechtet. Die ganze Atmosphäre der Vielfalt in dieser Region, Religion, Sprache, Alltagskultur. Ein Wegtauchbuch! Ich war gerne dort.
Lieben Gruß!!!
Jessica





bis 18.30 uhr bestellt am nächsten morgen da!

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Dienstag, 7. Juni 2016

Nell Zink: The Wallcreeper - Stop following orders

"...Most things never get opened and just depreciate down to nothing before you even know what they were. Which means, life is a total write-down, as in pure profit, everything! Life has an infinite rate of return!" He looked at me earnestly as if expecting me to know what he was talking about."

I have read Nell Zinks „The Wallcreeper“ last week.
It has been a strange book, but in a beautiful way. Also in a funny way. I really smiled a lot, while reading it. I found perspectives on life, that fit me, though I had not known them before, not consciously at least. They were full of humour and a „don’t ever bullshit me“-attitude. I liked that so much about the book and had many „aha“-moments. I understood immediately, how smart the author must be.
I found, that she was my age, over 50, and that she had written all her life, without ever being published (another parallel! OMG!). She came from the US, even Virginia (did the parallels ever stop?) and she lives now, after several moves, very close to Berlin (HA!), in a small town in Brandenburg. She was basically discovered by Jonathan Franzen, though, it seems, she is really not the person, who needs being discovered. She rather wrote him, because they are both bird watchers. He had published an essay about the extinction of birds in the Mediterranean and she was really pissed, because he had left out the killing of birds in Bosnia. So she wrote him, with a lot of vigor. An email exchange between them started, in which course Franzen decided, that she is such a great writer, her stuff should definitely be read by more people. She then disclosed, that there were novels in her drawers, two maybe. He tried to find a publisher, unsuccessfully. She found a small publishing house in New York City, dorothyproject, which made a book with her. Maybe to show him, that she did not need him? Franzens agent took over and since then, her advances are like six figured. I mean, this is, what I read about her in a german magazine. I was instantly drawn to her. Of course, my favourite bookshopowners were also drawn to her, and sold me her book right away.

What is it about? Most people say, it is about marriage. "Marriage isn't a sacrament, its just a bunch of forms to fill out." Which is not entirely untrue, I mean both: it is a book about marriage and marriage is a bunch of forms to fill out.
A married couple, Stephen and Tiffany, move from Philadelphia to Berne/Switzerland. They just met each other. They married basically right away, a spontaneous decision. He works for an international corporation, sometimes he DJs, so, there is this wild side in him. She does, well, not much, after she met him at the very same corporation and married him. She follows him, or his money, around. You might call her a housewife. But not the typical one. You never meet her cleaning or cooking. She rather goes shopping, sleeps around with the gas station guy, Elvis, who might be Turkish, but also Albanian or most probably Montenegrin. We never know for sure. By the way, when Zink writes about sex, it is among the best, you can find about that subject, EVER!

First sentence: "I was looking at the map when Stephen swerved, hit the rock, and occasioned the miscarriage."
After they take in, by accident, the very accident, that caused the miscarriage in the first sentence, a wallcreeper, who actually caused the accident, because Stephen saw him and was distracted from the road, they both start to become interested in birds and nature. Stephen more so, by far. He even seems to be more interested in the wallcreeper than in the miscarriage, or Tiffany, or her feelings, for that matter. 
They spend a lot of time bird watching. Stephen more than Tiffany. Tiffany goes along, carrying his equipment, commenting everything, basically bored. It is obvious, that this is not her life, but also some sort of accident. So, this is, what the book is about for me: the very unique perspective of a woman, lost in all the possibilities, people have today, totally without orientation, retreating into her inner world and commenting the outer world from there, with the best one liners I have read in decades. The book moves fast. So in order to catch all her good sentences, and also the story, you have to concentrate. More then two thirds through the book, you never see Tiffany do anything by her own impulse. Most of her impulses being sexually anyway. She is always reacting, never acting. Which does not seem so negative. It is just one way to live that life, which overwhelms everybody anyway. There are so many options, in a way, they reduce each other to none.
So this book is about her. I think, she is not untypical for today. Her strategy is widely shared by many, men and women. It is a book against plundering, the environment, but also ourselves, emotionally. Withdraw until your life comes along
Stephen and she start to become environmental activists, via the birds. So, yeah, the book is also about the environment, and what we, as people, do to it (plunder!!) Stephen has an affair, which Tiffany finds fair, after all, she has affairs, but of course it bothers her nevertheless. They attend meetings of environmental organizations, mainly in Germany. They move to Berlin.  So, it is fantastic to see Germany and Berlin through the eyes of that funny and so very smart person Tiffany. On a sidenote, this book shows us, as Germans, how we look for foreigners. And its not all flatterering all the time. Always an interesting lesson, especially in times of nationalism growing.
Stephen quits his job and becomes a fulltime activist, travelling mostly the balkan area and counting birds. Tiffany stays somewhere in Brandenburg and destroys a river bank, an eco-terrorist act, which is not entirely her own impulse, but sort of. After a while, she follows him, for example to Albania. "Albania is the West Virginia of Europe."

The story does not exactly sound interesting, at least it did not to me and it is really not the kind of story, you can retell easily. But I thoroughly loved the book and I knew I would after reading about Nell Zink in that German magazine ZEIT 
The book is written in such a unique and wise voice and it asks so many questions, that are important nowadays, without pretending to have answers. Because, maybe there just is no answer. Nell Zink dares to stay in this empty space, with her heroine, and her book. She does not fill the gap. That is for me the most impressing part of her book, how long she dares staying in the gap, until Tiffany's true answer appears and she can take over her life. But it is only her answer. A very feminist one, too! That I like also. So among being a book about marriage, birds, environmental activism, eco terrorism, Americans in Switzerland and Germany, a woman and her thoughts, it is also a feminist book.
One of the most independent books I have read in a long while. Maybe the reason for this independence is, that Nell Zink has been writing for so long, and never thought about, what others might think about it. In the magazine, where I read about her, she said; „I never imagined writing would be such a pay off. I never had any expectations in being a writing person. I just did it. Art is my life center. A life without art would not be imaginable for me.“

(c) Susanne Becker