Berlin

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Dienstag, 22. Juli 2014

lisbon poem I


i think i am here walking
the cobblestones of lisbon
counting my blessings
while the wind blue
welcomes my walk up 
down the steep hills charm me
into believing I might be just
these stairs leading up to a place
where the sun always seems to set
maybe you were a bridge 
into the light golden 
seemingly content to be a statue
solid open my heart is the lesson
walking I untangle step for step
a warmth intense it opens
my winds of life to blow their mantra
into the evening caressing every rooftop
every thought orange opening into a yearning  
purple over the river the bridge
the jesus statue the ships
walking i think i am here 

© Susanne Becker

Montag, 21. Juli 2014

Meine Lieblingsbuchhändlerinnen stellen ihre aktuellen Lieblingsbücher vor (11)

Die Kreuzberger Buchhändlerinnen Katja Weber und Jessica Ebert stellen in loser Folge hier Bücher vor, die Ihnen gerade gut gefallen oder einfach aufgefallen sind. Sie lesen ständig und wenn der seltene Fall eintritt, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich als nächstes lesen oder aber einer Freundin schenken soll, habe ich bei den beiden noch immer Hilfe gefunden. 

Alle hier genannten Bücher könnt Ihr natürlich in ihrem wunderbaren Buchladen ebertundweber in Kreuzberg kaufen. 
Hatte ich erwähnt, dass es mein Lieblingsbuchladen ist? 



zuletzt sehr gerne gelesen habe ich
"perla" von carolina de robertis, verlag fischer krüger
die thematik argentinien interessiert mich schon immer (kürzlich erst
habe ich das wunderbare jugendbuch "wie ein unsichtbares band" gelesen), nun
also ein erwachsenenbuch.
perla ist eine wohlbehütete tochter aus sehr gutem hause, inzwischen
studentin, die ihr elternhaus in buenos aires während einer reise der
eltern hütet.
unvermittelt wird sie von ihrer persönlichen vergangenheit eingeholt,
die die ganze grausame geschichte argentiniens beinhaltet.
ein sehr lateinamerikanisches buch, da es phantastische, blumige
elemente enthält, allerdings hat mich das nicht gestört (eigentlich mag
ich das gar nicht...), weil es so passend ist und auch immer wieder in
die knallharte welt führt.
identitätssuche und findung, liebe, elternliebe, wahrheiten, lügen und
ein argentinienpanorama werden einem wunderbar erzählt.

liebe grüße katja

bis 17.00 uhr bestellt am nächsten morgen da!

mo --fr 9.30 uhr - 19.00 uhr

sa10.00 uhr - 16.00 uhr

buchladenebertundweber

falckensteinstraße44

10997 berlin

  tel. 030-69 56 51 93

www.ebertundweber.de

Montag, 7. Juli 2014

Teolinda Gersao

I want you all to consider falling in love with a writer, you probably never heard of. I for sure didn't and I have to say: coming to Lisbon has opened my eyes to many new creative people, I never had on my screen before, if you know what I mean.
Teolinda Gersao is 74 years old, but actually, she looks like 56 at the most. She is funny and smart. I've seen her at a reading here in Lisbon at the Centro Nacional Cultura and I hadn't high expectations. Just curiosity drove me, basically. Three of her stories were read. I liked them all but I was most impressed by The Woman who stole the Rain.
She has written several novels, one of which is translated into english and it is called The Word Tree. It's on my to-read-list now, dealing with the colonial past of Portugal and set in Mozambique, where Gersao lived for a while.
It seems that some of her books have also been translated into German, but they are all out of print. You can only get them 2nd hand. That is, by the way, the only way, I accept Amazon into my life sometimes: to order out-of-print-books.
This is an interview with her in german, because she actually spend quite some time living, studying and teaching in Berlin.
Most of the audience were young people from the US, mostly studying creative writing or literature, hoping to become a teacher for creative writing or literature in the future, before being discovered as great writers. They all exhaled loudly and with relieve, when Gersao said at the end of the reading: "Never write what you believe, an editor might like. Always have the courage to write, what you want. Always have the courage to live, how you want. Some of my books have not been published for 5 years. It wasn't important, because I always had another job, I was never dependent on writing buying me my bread." Afterwards I heard conversations all around me about how happy they were to have seen her and how good it was to be reminded, that only, what your inner voice tells you, is important. Never try to be too likable and never try to be too dependent on your writing.

© Susanne Becker

Donnerstag, 3. Juli 2014

july voices



torn between many voices,
all mine, telling me stories
about, how to live, and
what to do - as if I did
not know, that the only 
voice mattering is silence.



© Susanne Becker




Dienstag, 1. Juli 2014

Portugiesische Schriftsteller....

Es fehlt hier nicht und hat nie gefehlt an Leuten, die behaupten, daß die Dichter wahrlich entbehrlich seien; ich aber frage, was würde aus uns allen werden, wenn die Poesie uns nicht hülfe, begreiflich zu machen, wie wenig klar die Dinge sind, die wir klar nennen. - José Saramago

Jose Saramago ist DER portugiesische Literaturnobelpreisträger. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vor meiner Reise nach Lissabon noch nie von ihm gehört hatte. Das geht mir allerdings bei vielen Literaturnobelpreisgewinnern so. Ich werde immer geradezu euphorisch, wenn jemand gewinnt, den ich schon gelesen habe, wie im letzten Jahr Alice Munro.
Aber heute war ich im Haus der Saramago Stiftung hier in Lissabon. Man kann dort seine Manuskripte, seine Werke in allen Sprachen und Filme über ihn besichtigen, zum Beispiel, wie er den Literaturnobelpreis entgegen nimmt. Ich war dort, weil eine Lesung stattfand mit José Luis Peixoto, einem der ganz großen und bekannten zeitgenössischen portugiesischen Schriftsteller. Ich möchte wirklich gerne sein Buch Morreste Me lesen, das auf Englisch You Died on me heißt, und offensichtlich nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Er erzählte, dass er es mit 21 Jahren, nach dem Tod seines Vaters geschrieben habe. Es ist ein Buch über Trauer. Leider ist es auch auf Englisch vergriffen und auf Portugiesisch (was ich zunächst lernen müsste, um es lesen zu können, jedoch ernsthaft in Erwägung ziehe) kostet es gebraucht um die 40€. Ich werde hier versuchen, es noch irgendwo in einer Sprache aufzutreiben, die ich halbwegs beherrsche.
Ein anderes Buch heißt The Piano Cemetery. Es klingt spannend. und ich werde es lesen. Peixoto veröffentlicht sehr bald seinen fünften Roman, er hat Gedichtbände veröffentlicht und ein Buch über Nordkorea, wohin er 2012 reiste. Er schrieb dort ein Tagebuch, dessen englische Version ich in einer Zeitschrift gefunden haben Inside the Secret.
Ich kannte Pessoa - natürlich, aber hier wird mir plötzlich die Welt der portugiesischen Literatur über Pessoa hinaus eröffnet. Und diese Welt ist so neu für mich, wie Lissabon selbst, obwohl ich hier schon zweimal war.
Von Saramago möchte ich als erstes Alle Namen lesen. Die anderen Bücher von ihm interessieren mich, ehrlich gesagt, nur peripher. Aber Alle Namen hat mich thematisch sofort angesprochen. Dann gibt es noch Eine Zeit ohne Tod, es könnte ein spannendes Buch sein. Thematisch erinnert es mich an Simone de Beauvoirs Alle Menschen sind sterblich.

Die Saramago Stiftung befindet sich in einem lustigen Haus, das Casa dos Bicos heißt, weil es aussieht, als hätte es Stacheln, die Steinquader in seiner Fassade laufen spitz nach außen zu. Wenige Meter davor steht ein recht unscheinbarer, kleiner Olivenbaum. Unter ihm ist die Asche von José Saramago begraben.
Casa dos Bicos

Der Olivenbaum, unter welchem die Asche
José Saramagos ruht
© Susanne Becker