Berlin

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Dienstag, 25. März 2014

Writing poetry in Lisbon?

"Everything that surrounds us becomes part of us." Fernando Pessoa

When one is writing, success is not necessarily something you wanna count on. In the beginning, when I was like 15-25, I thought, I would one day be famous and of course rich. But later I learned, step by step, that in my case it was rather realistic to say, it was about the writing itself and the adventure it meant, inside and out, to just keep writing, no matter what, and to see where it leads me to. I still never cease to send my writing out into the world, for contests, to publishing companies and the like.
I try to follow the rule to send out something once every week. And in 50% of the cases I get an answer that sounds like: "interesting work, but no thanks", in 49% of the cases I get no answer whatsoever and in approximately 1% of the cases I get an answer that is like: " congrats, you were a semifinalist!" or "congrats, we will publish your poem in our e-book collection" or even once "congrats, you are on the shortlist", Whenever I get this kind of answer, I fall into utter disbelieve and shock, because probably somebody mixed me up with somebody else. Since yesterday now I am in shock again, because I got the answer with the semi finalist, which in this particular case means: a partial scholarship of 500$ to cover parts of the tuition ( a pretty expensive tuition I might add) for a 2 week international writing workshop in Lisbon/Portugal. It is called Disquiet International Literary Program in Lisbon and it was founded by american writers, who have ties to Portugal and want to deepen the mutual understanding between american and portuguese writers. (See, they must have mixed me up, because I am neither american nor portuguese!!) It takes its inspiration from The Book of Disquiet by Fernando Pessoa, which I could read, finally, after buying it 25 years ago and keeping it in the stack of unread books beside my bed and somehow in my heart. I always knew, I would read it and love it and that Fernando Pessoa was somehow a soulmate to me. Ever since I have been to Lisbon over 20 years ago (and I actually went there to have a little wild love affair with a portuguese guy named Jose, whom I met, of all places, on the spanish stairs in Rome, I AM NOT KIDDING!), I dreamed about returning and writing there. Because Lisbon is one of those places you can just drop and leave me, and I will be happy and feel homesick, when I have to go home again (I had this kind of feeling only with a few other places: Richmond/Va., Rome, New York and Berlin, maybe New Mexico, to name a few). I felt like I belong and that this city was also a soulmate to me and that I might as well stay and spend the rest of my life there. Which I didn't, because I had to spend most of it in Berlin so far. But here we go now:  I could take a workshop in poetry, walk the streets of Lisbon, take a trip or two to nearby beaches, sit around in the beautiful parks and cafés of Lisbon, revisit Belem, (did I mention, that I even slept one night on the street in Lisbon, but that was 25 years ago and I was on my way to the Algarve and waited for the bus to bring me there and did not have money to pay a room) I could meet interesting writers, make new friends, write and write and write and find out, if my feeling from over 20 years ago is still valid. But no matter what will happen, Lisbon could surround me and become again a part of me and for good or worse, that would be a great experience.

These are the ten poems, which might have helped a lot to make this dream come true, which proved again, to me, that writing is such an adventure and can lead you everywhere, maybe even, where you need to go?!
Now I just have to decide, if I am generous enough (with my self maybe) to spend part of my money for the remaining tuition, for a flight and a room, ultimately for one of my many dreams. I will sit in silence for a while and ponder this question now. Good night!

© Susanne Becker

Sonntag, 23. März 2014

4 gute Filme die ich in letzter Zeit gesehen habe

In der letzten Zeit habe ich einige wirklich gute Filme gesehen.  Die meisten sind nicht neu. Ich hinke beim Sehen genau wie beim Lesen immer ziemlich hinter den Neuerscheinungen her. Aber im Grunde ist mir das auch egal. Ich schaue Filme aus einem ähnlichen Grund, aus dem ich Bücher lese: ich bin eigentlich ständig auf der Suche nach Aha-Erlebnissen, Erkenntnissen über das Leben und mich selbst und ich identifiziere mich unglaublich gerne mit den Charakteren. Ich liebe Geschichten, die so sind, dass ich mir einbilden kann, sie erlebt zu haben. Ich liebe auch das kathartische Gefühl, im abgedunkelten Kino mal so richtig zu weinen und hinter mir ständig das Geschniefe von anderen zu hören. Ja, ich gehe auch aus dem Wunsch ins Kino, eine Katharsis zu durchleben. Dies wird einem relativ selten beschert. Bei Liebe war es der Fall. Die vier Filme, die ich Euch empfehlen möchte, sind sehr unterschiedlich. Ich mochte sie alle. Jeder auf seine Weise hat mich beeindruckt oder mir zumindest beeindruckend viel Spaß gemacht (Nicht mein Tag). Viel Spaß beim Lesen und vielleicht später beim Schauen.
  • Hannah Arendt habe ich mir aus drei Gründen angeschaut: Ich liebe die Schauspielerin Barbara Sukowa, ich liebe die Regisseurin Margarethe von Trotta und ich bin fasziniert von der Denkkraft Hannah Arendts. Der Film bringt diese, anders kann man es ja nicht nennen: Frauenpower, so perfekt, so auf den Punkt gebracht zusammen, dass man jede Sekunde einsaugt. Dieser Film wird ganz klar auf der Liste meiner absoluten Lieblingsfilme aller Zeiten landen.
  • Liebe hatte ich schon sehr lange zuhause liegen. Ich habe mich immer davor gedrückt, ihn anzuschauen, weil ich wusste, dass er mich auf eine Weise berühren würde, die mich zum Heulen brächte. Dann ist meine Mutter sehr krank geworden und sie und ihr Lebensgefährte hatten vor ihrem Tod für eine recht lange Zeit eine zumindest verwandte Situation zu meistern. Angeschaut habe ich mir den Film dann aber erst nach ihrem Tode, weil ich um meine Mutter trauerte, immer noch trauere, und mich diese Trauer öffnete für alle Themenkomplexe, die mit Tod, mit Krankheit, Sterben, Endlichkeit zu tun haben, aber auch mit Liebe. Tod und Liebe sind nicht voneinander zu trennen. Ich hatte mit meiner Mutter immer eine extrem schwierige Beziehung. Eigentlich war ich mir gar nicht sicher, dass sie mich liebt. Sicher war ich mir aber, dass ich sie nicht besonders liebte. Darüber füllte ich schon Seiten in meinem Tagebuch, als ich erst neun Jahre alt war. Also, dafür hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt. Als ich sie dann wiedersah und verstand, dass sie bald sterben würde, war das alles irrelevant. Ich wollte nur noch so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen. Wenn wir uns in die Augen schauten, war da nur noch Liebe und ich kann ehrlich sagen, dass ich diese Art von Liebe in meinem Leben gar nicht für möglich gehalten habe, schon gar nicht mit meiner eigenen Mutter. Genau diese Art findet sich in dem Film wider. Deshalb bin ich so froh, ihn gesehen zu haben. Obwohl er mich zum Heulen brachte. Die beiden Darsteller waren ein Geschenk. Und ich möchte es einfach an dieser Stelle einmal sagen, auch wenn es pathetisch klingen mag: einen sterbenden Menschen begleiten zu dürfen, ist auch ein Geschenk. Ich bin dem Schicksal für jede Minute dankbar, die ich mit meiner Mutter noch verbringen durfte. Der Film hat so deutlich gezeigt, wie einsam und allein alternde, sterbende Menschen sind. Er hat auch deutlich gemacht, was die Tochter des Ehepaares verpasst hat, ohne einen Vorwurf zu machen oder Schuld zu verteilen. Denn darum geht es ja gar nicht. Diese beiden Alten waren einsam und doch sehr souverän. Viel souveräner als die Tochter. Es gab Momente, da wollte ich ihr zurufen: Halte Dein Leben an, steig aus, geh zu Deiner Mutter, halte ihre Hand und sei dabei ruhig, sei einfach nur bei ihr. Das ist kein Opfer, sondern wird ein Geschenk sein, das Du vom Leben erhalten kannst, wenn Du bereit bist, es anzunehmen. Auch dieser Film wird auf die Liste meiner absoluten Lieblingsfilme kommen.
  • Nicht mein Tag Also, ich gebe zu, ich wäre niemals von mir aus in diesen Film gegangen, schon gar nicht an einem Samstagabend am Potsdamer Platz. Ich gehe nie am Potsdamer Platz ins Kino, höchstens in Sony Center. Aber ich hatte eine Einladung meiner Teenagertochter, ich möchte ergänzen: meiner heiß geliebten und extrem coolen Teenagertochter. Wir gingen also hin, und wie es sich für einen ordentlichen Samstagabend am Potsdamer Platz gehört, bekamen wir nur noch zwei hintereinander liegende Plätze, weil ich erst zwei Wochen später von der Möglichkeit erfuhr, online im Vorfeld Tickets zu kaufen. Wie es sich für echte Rebellen gehört, ignorierten wir die Tatsache der ungünstigen Plätze und setzten uns natürlich nebeneinander (ich möchte anmerken, und ich hoffe, alle Kinobesitzer, alle Cinedom, Cinestar, Cineistmirauchegalbetreiber lesen es, dass ich Platzkarten im Kino sowas von bescheuert finde, dass ich sofort wieder gehen könnte, wenn mich die Kartenverkäufer auf ihren farblich gestaffelten Minibildschirm glotzen lassen, wo ich nie kapiere, wo jetzt die Leinwand ist und wo ich konkret sitzen werde, wenn ich Reihe G Platz 47 wähle, egal!) Natürlich kam mitten im Werbeblock das Ehepaar in meinem Alter, mit toupierten Haaren (er) und zweifarbig colorierter Dauerwelle (sie), die keine Lust hatten, hintereinander zu sitzen, weil "das sind aber unsere Plätze" und vertrieben mich. Ich kletterte also über die Sitze zurück hinter meine Tochter und wurde von den beiden etwa fünf Minuten lang gemaßregelt: "Ja, wo sind wir denn hier, bitteschön?!? Soll ich mich jetzt etwa mit meiner sauberen Hose dahin setzen, wo Du (Achtung: Das Ehepaar in meinem Alter, das wirkte, als könnten beide meine Eltern sein, hatten auch das Gefühl, meine Eltern zu sein. Ich fühlte mich also praktisch ins Alter meiner Tochter zurück versetzt und dafür war ich ihnen irgendwie auch wieder dankbar) gerade Deine dreckigen Schuhe drauf gesetzt hast?" "Ja, wo kommen wir denn dahin?" (Einwurf der Frau!) Ich flegelte ein gekonntes: "Ach, reg Dich ab, Alter!" zurück und schon begann der Vorspann. Ich lag wirklich vor Lachen am Boden. Der Film ist immer dann genau richtig, wenn man leichte Unterhaltung mag/braucht, aber dennoch nicht einem Gefühl gezielter Verblödung ausgesetzt sein möchte. Moritz Bleibtreu mochte ich schon immer, der Trailer ist nicht so gut wie der Film (was ja öfter umgekehrt der Fall ist: der Trailer ist das Beste am Film und komprimiert die circa zwölf guten Szenen). Also, wenn Ihr mal ablachen wollt: guckt ihn Euch an (aber nicht samstags am Potsdamer Platz)
  • August: Osage County ist erneut ein Beispiel von geballter Frauenkraft im Film: Meryl Streep, Julia Roberts, Juliette Lewis, Mattie Fae Aiken. Ein wunderbarer Film über den Selbstmord eines Vaters (Sam Shephard, auch ein wirklich großartiger Schauspieler, den ich spätestens seit dem Film Frances liebe), eine an Krebs sterbende, vom Leben zerfressene, bitterböse Mutter, voller Zynismus und Gemeinheit, und deren drei Töchter, die versuchen, am Leben nicht zu scheitern - relativ erfolglos. Das der Beerdigung folgende Essen im Familienkreis wird zu einer Art High Noon zwischen der ältesten Tochter Barbara und der Mutter, aber auch die Männer der Schwestern (Chris Cooper, Ewan McGregor, Dermot Mulroney, Benedict Cumberbatch) der beiden legen keine schlechte Performance vor. Ein Schauspielerfilm, der großartige Leistungen zeigt, aber auch große Gefühle, den nicht reparierbaren Bruch in einem Menschen, daraus folgend in einer ganzen Familie zeigt. Ein Film ohne Happy End, gerade darum so wunderbar. Weil er wie das wirkliche Leben ist und nicht wie Hollywood. Die Darstellerleistungen sind teilweise atemberaubend. Auch dieser Film kommt auf die Liste meiner absoluten Lieblingsfilme.
© Susanne Becker

Donnerstag, 20. März 2014

Neue Bücher, die ich spannend finde

Im Büro liegt bei uns immer Die Zeit herum und am vergangenen Donnerstag hatte sie die wunderbare Literaturbeilage anlässlich der Leipziger Buchmesse. Eigentlich müsste ich sehr sehr langweilige Papiere für eine sehr sehr langweilige aber wichtige Prüfung vorbereiten. Ich tue das auch! Keine Sorge! Aber wenn ich vor Langeweile kaum noch sitzen kann, schnappe ich mir gerne die Literaturbeilage und blättere darin. Das inspiriert mich, auch beim Verfassen langweiliger Papiere. Die Prüferin meinte beim letzten Mal, warum ich nicht einfach Tabellen anlege mit kurzen, knappen Punkten, und anstatt dessen quas Prosa verfasse (was ihr natürlich sehr viel mehr Arbeit macht, sie muss meine Ergüsse ja alle lesen).
Ich fand auf meinen Abwegen um die Vorbereitung der Prüfung herum (man nennt so etwas in Fachkreisen, glaube ich, Prokrastination) in übersichtlicher Weise folgende Bücher entweder besprochen oder beworben, die mich alle interessieren. Naja, im Grunde können sie mich interessieren, bis sie schimmeln, denn ich habe noch eine Auswahl ungelesener Bücher neben meinem Bett liegen (? ist das in dem Fall der richtige Ausdruck? das klingt, als müsste ich über wellenartig bis an meinen Bettrand schwappende Büchermassen steigen, um mir morgens in der Küche meinen überlebenswichtigen Kaffee zu kochen, aber nein, so ist es nicht, türmen, hochhausieren, stapeln, in übersichtlicher Weise aufgereiht stehend - das alles trifft es eher), die umfangreich genug ist, um mich, sagen wir, bis zum Sommer 2015 ununterbrochen beschäftigt zu halten (wenn alles gut läuft, also ich meinen Job verliere, eine Haushaltshilfe einstelle und die Kinder einfach aufhören, mich anzusprechen). Dennoch: man kann sich ja umsehen. Das ist nicht verboten, oder? Und vielleicht kommt der ein oder die andere unter Euch durch meine kleine, absichtslos dahin geschriebene Liste auch auf eine gute Idee!

Literatur überprüfen mit Lilly,
die mich nicht mehr anspricht, damit ich lesen kann
  • Toni Morrison, Heimkehr Ich habe noch nie ein Buch von ihr gelesen. Als ich das große Interview mit ihr las, das gleich den Anfang in der Literatur Zeit macht, berührte mich diese Tatsache seltsam, fast, als wäre es eine Art Vergehen, literarisch gesehen. Es ist ja auch irgendwie unmöglich, durch ein Leseleben zu kommen, und Toni Morrison dabei praktisch zu ignorieren. Allerdings ist es im Grunde weit schlimmer: ich habe sie nicht ignoriert, sondern durchaus mal angeblättert, mehrfach, und mich jedesmal nicht so angesprochen gefühlt, dass ich weiter gelesen hätte. Schlichtweg nicht verstanden habe ich sie sogar. Ich war noch jung, das sei zu meiner Verteidigung gesagt. Deshalb denke ich, ich sollte, ich will es noch einmal versuchen. Ein wenig fürchte ich mich davor, wieder zu scheitern. Geht es noch jemandem so, dass er sich von ihr eingeschüchtert fühlt? Ich hatte sogar den Eindruck, dem Interviewer der Zeit, beileibe kein total unbeleckter Volontär, ging es so. Wobei er aber alles gelesen und verstanden zu haben schien.
  • Nadifa Mohamed, Der Garten der verlorenen Seelen Drei Frauenschicksale, miteinander verknüpft in einem Bürgerkrieg, in Somalia, Flüchtlingslager....Diese Schlagworte reichen, um zu erklären, warum ich mich für dieses Buch interessiere. Wobei die Tatsache der drei miteinander verstrickten Frauenschicksale in einem Krieg, das Ermöglichen des Überlebens durch Frauennetzwerke in eigentlich unmenschlichen Situationen, der Hauptmagnet für mich ist. Ich denke, eine ähnliche Geschichte könnte auch in Syrien, im Sudan, seinerzeit in Jugoslawien und an unzähligen anderen ORten heute oder früher angesiedelt sein - sie spielt leider ständig irgendwo auf dieser Welt. 
  • Jonathan Lethem, Der Garten der Dissidenten Auch hier sind es zunächst Schlagworte, die mich anziehen wie ein Magnet: Mehrgenerationenroman (finde ich immer gut), Immigration nach Amerika auch (wollte ich seinerzeit selbst am liebsten tun) und nicht zuletzt ist es in diesem Fall auch der Autor, Jonathan Lethem, ich wollte schon immer etwas von ihm lesen.
  • Katja Petrowskaja, Vielleicht Esther In diesem Fall interessiert mich die ganze Geschichte und ich finde die Autorin unglaublich sympathisch. Sie ziert die Titelseite der Literaturbeilage und ich habe das Gefühl, sie am liebsten ansprechen zu wollen, wie sie da so lachend an einem Brückengeländer in Mitte lehnt. Keine Literatur (sagt die Autorin selbst!), eine unabgeschlossene Familiengeschichte, die Ukraine, der Holocaust .. auch hier reichen letztlich die Schlagwörter, um einen anzusaugen und nicht mehr loszulassen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch. 
  • Max Frisch, Aus dem Berliner Journal Nun ja, Max Frisch, er war immer einer meiner Lieblingsschriftsteller. Ich glaube, ich habe fast alles von ihm gelesen. Ich habe mein Taschengeld zum Buchladen am Markt getragen, schon als Siebzehnjährige, und habe mir Bücher von Frisch gekauft. Ich habe manchmal den ganzen Nachmittag und die halbe Nacht einfach gelesen. Lesen war meine absolute Lieblingsbeschäftigung. Dass nun noch einmal etwas neues, etwas von ihm selbst, wegen all dem Privaten darin, für zwanzig Jahre gesperrtes, auftaucht, das interessiert mich schon sehr. 
  • Yasmina Reza, Glücklich die Glücklichen hört sich an wie ein Buch, das ich gut im Urlaub lesen könnte, oder wenn ich demnächst mit meiner Tante und Cousine ein Wochenende irgendwo in einem niedersächsischen Wellnesshotel verbringe. Das Thema ist die Liebe, Beziehungen, Paarleben und wenn es von dieser Autorin verfasst ist, kann es nur gut sein.
  • Michail Ryklin, Buch über Anna Der Autor schreibt über den Tod seiner Frau Anna Altschuk, die, drei Wochen, nachdem sie die gemeinsame Wohnung "zum einkaufen" verlassen hatte, tot aus der Spree geborgen wurde. Es gab damals sowohl  Mord- als auch Selbstmordtheorien. Ryklin versucht, die Wahrheit aufgrund der Tagebücher seiner Frau aber auch der Polizeiberichte, heraus zu finden und ist am Ende der Überzeugung, dass es Selbstmord war. 
© Susanne Becker

Montag, 17. März 2014

march

I looked away from you
on purpose sunshine was 
followed by storm and rain
the first flowers betrayed
bitterly but somehow serenity
prevailed I looked away from you
it was so easy sharing a room
and not noticing you
with every fiber of my being 
- my only task plus
getting over death
embracing death ultimately
there will be total freedom
and nothing else matters
and I am not morbid
it’s just the way it is
and I want to see it clearly
everything else makes
things unnecessarily complicated
to look away from you
during sunshine and storm
my only task - I lost you
I know how it feels in the end
it was not as bad as I thought
the fear to lose you was worse
a broken heart
also death
that is life’s trick
are not as bad as it makes us believe
and now I wish for snow
a lot of snow
I am not ready for summer yet
could there be I wonder another winter
as long and dark as they used to be
so I could sleep for a long time and
nobody would call for me?

© Susanne Becker

Dienstag, 11. März 2014

your entire life

to lose hair -
no, I have to be more precise:
to lose MY hair
dream about it,
even,
frequently

losing hair,
a sign, obviously,
of aging - of losing control,
your entire life,
change
control
no control
about your body,
it is a general thing,
about your life

"your entire life, change"
my great-grandmother Elisabeth, on her lap my grandmother
Maria, my great-uncle Theo, who died, 17 years old,
in WWII,  my great-aunt Klara
after my daughter's birth,
I was 42 years old,
my hair fell out
every day,
and covered the floor
(white) of our bathroom,
it looked awful
it made me weep

I always used to be
the kind of woman, to whom
hairdressers exclaimed
something like: Oh my God,
your hair is just soooo beautiful
and full; and my childhood neighbor
Frau Baden used to grab it
on the street, embarrassing:
your hair is like the mane
of a black horse, so strong and wild.
I blushed, on the street
but still:


first sign of our
soul struggling to free
itself again could be
our hair covering the
bathroom floor -
there are others too,
signs, I mean.

© Susanne Becker

Samstag, 8. März 2014

Svenja Leiber - Das letzte Land

"Ich selbst habe immer geglaubt, ohne die Musik, ohne die ganz große Musik könne ich nicht existieren. Ich habe dafür alles hergegeben. Aber vielleicht hätte ich einfach nur leben sollen, wie die anderen auch."

Trailer zum Buch: Svenja Leiber »Das letzte Land« (Buchtrailer) - Suhrkamp Insel Mediathek Mediatheksdetail

perfekter 1. Tag 2014 im Garten: Quitte wieder
aufgerichtet, Feuer gemacht, Leiber gelesen!
"Wo hat er solche Töne her?" fragen sich die Leute aus seinem Dorf, wenn Ruven Preuk, der Töne als Farben sieht, auf seiner Geige spielt. Er ist ein begnadeter Geiger, alle sehen das so, auch wenn in seinem Dorf die meisten kein Verständnis dafür haben. Ihm eine große Karriere vorauszusagen, scheint nicht vermessen.
Während der Lektüre von Das letzte Land ging mir die Frage nach den Tönen häufig durch den Kopf und ich fragte mich auch: "Wo hat Svenja Leiber solche Töne her?", dass sie mit einer solch eigenen Sprache, mit  einer solch eigenen Sicht auf etwas, das schon tausendfach gesehen und in Worte gefasst wurde, daher kommen kann? Eine eigene Welt erschafft sie mit dieser eigenen Sprache, in der einem dennoch alles sehr vertraut ist. Sie erzählt zwar eine neue Geschichte, aber vor dem Hintergrund einer sehr bekannten Geschichte, und irgendwie wurde all das noch niemals so gesehen.
Wie der geniale Geiger Ruven Preuk durch das zwanzigste Jahrhundert hindurch lebt, geboren irgendwann am Anfang desselben: Zunächst schenkt ihm ein jährlich durchs Dorf kommender Musiker seine Geige, weil er sein Talent erkennt. Er hat, trotz wenig Geld, mehrere sehr gute Geigenlehrer, die ihn unterrichten, weil sie an ihn glauben. Unter anderem ist da Goldbaum, dessen Enkelin Rahel häufig daneben sitzt beim Unterricht und in die Ruven sich verliebt, ja, die er eigentlich sein Leben lang liebt. Diese unerfüllte Liebe ist für mich einer der Schlüssel zum Verständnis Ruvens.
Heiraten tut er schlussendlich Lene aus seinem Dorf, die er auch liebt, vielleicht nicht ganz so sehr wie die Rahel, aber aus gutem Hause kommend, ist und bleibt diese Rahel für ihn unerreichbar. Lene nicht.
Das letzte LandEr zieht vom Dorf nach Hamburg, wohin er Lene nach der Hochzeit mit nimmt und sie bekommen nach vier Jahren ein Töchterchen und dann gibt es Krieg und die Jahre 1939-1945 klingen bei Svenja Leiber so: "Sechs Jahre Abfackelei. Die ganze alte hölzerne Zeit wird verbrannt. Und was da mit einem Geiger und seinen Ohren und auch mit sonst allen passiert. Wieviele Geiger da von der Bildfläche gewischt werden, Musiker überhaupt und Musiken, Millionen Musiken, die vorher überall waren, in den Zimmern, auf den Wegen und bei den Bohnenhecken. Kein Tun ohne ein Lied, kein Holzsägen, kein Herdanzünden ohne eine Stimme. Also eine ganze Lebensform. Nicht nur im Schtetl, sondern überhaupt. Und dann plötzlich nichts mehr. Plötzlich ist alles wie abgerissen." Diese Sätze in ihrer berauschenden Knappheit tun einen unglaublichen Raum auf, in dem der ganze Holocaust sich zeigt und die Leere, die ihm folgte. Das ist für mich Svenja Leibers Kunst, dass sie Szenarien erschafft, die in unserem Inneren Kontur annehmen und dafür nicht Worte über Worte aufs Papier wirft, sondern zu einer einmaligen Knappheit fähig ist. Vielleicht nennen viele ihre Sprache deshalb lyrisch. Diese Eigenart von ihr fiel mir schon beim Vorgänger Schipino auf. Auch dort werden Menschen, eine Welt, eine unglaublich große Geschichte mit äußerster Knappheit präsentiert. Sie überlässt so dem Leser einen großen Freiraum, in dem er sich vieles denken und ausmalen kann. Sie ist keine von denen,die sich selbst gerne reden hören. Sie schwafelt den Leser nicht voll, begeistert von ihrer eigenen Wortgewandtheit. Nein, sie entwirft ein Bild mit feinen Strichen, eine Welt mit drei Worten, eine ganze Geschichte, eine Person, mit gezielten, perfekt sitzenden Andeutungen.
Gestern war ich auf der Premiere ihres Buchs in der Autorenbuchhandlung in Berlin (übrigens eine wunderbare Buchhandlung mit einem Sortiment, das mich dazu bringen könnte, mein gesamtes Geld zu verprassen, wenn ich nicht so unglaublich diszipliniert wäre) und stellte fest: Svenja Leiber ist auch in Wirklichkeit so knapp und klar. Während die sie vorstellenden und befragenden Männer aus dem Reden gar nicht mehr heraus kamen, Fragen stellten, die dreimal länger waren als jede mögliche Antwort, blieb Svenja Leiber knapp, klar und sehr klug. Was mich am meisten beeindruckte war als sie sagte, dass dieses Buch für sie ein Stück weit den Raum abschreitet, aus dem sie selber kommt. Nicht umsonst habe sie es 1975 enden lassen (sie ist in diesem Jahr geboren). Sofort sah ich diesen Raum vor mir, der aus Menschen besteht, aus Tragödien, aus einem Holocaust, aus Farben, Tönen und Toden und Geburten und Liebe und allem, und aus dem wir alle kommen.

Als Ruven im Krieg ist und Lene allein in Hamburg lebt, mit Marie, versteckt ihre Vermieterin, mit Lenes Einverständnis, zwei Juden oben auf ihrem Dachboden. Es handelt sich um Rahel Goldbaum und ihren kranken Vater. Lene hat keine Ahnung, wer die beiden sind und dass sie Ruven kennen. Sie hat noch nicht einmal eine Ahnung, dass Ruven eine andere Frau lieben könnte. Ein weiteres Charakteristikum von Ruven: auch wenn er liebt, gibt er nicht viel, schon gar nicht sich, denn seine ganze Hingabe, seine ganze Leidenschaft, sein Leben widmet er der Musik. Und scheitert dabei so grandios, so am Rande von Erfolg und Bedeutung, so mittelmäßig wie zwei weitere Romanhelden, die ich kürzlich traf Alma Whittaker und Stoner. Vielleicht ist es nur meine persönliche Einschätzung, aber für mich ist Ruven ein Seelenbruder dieser beiden.

Als Fritz Dordel, mittlerweile bei der Gestapo und ein alter Dorfbekannter von Lene und Ruven (Ruven hat ihn einmal fälschlich bezichtigt, sein Messer gestohlen zu haben) immer schon scharf auf Lene, immer schon neidisch auf Ruven, eine Ahnung davon bekommt, dass bei Lene etwas zu holen sein könnte, holt er es sich. Lene bekommt einen Sohn von ihm und stirbt gleich nach der Geburt, weil sie es vorzieht, tot zu sein, wenn sie sonst mit Fritz sein müsste.  Ruven kehrt aus dem Krieg zurück und erfährt, dass Lene tot ist, er einen Sohn hat, der nicht sein Sohn sein kann und Rahel lebt, aber dann wird ihm weis gemacht, sie sei tot.
Die Geschichte, die bis dahin einigermaßen ruhig dahin floss, nimmt plötzlich, mit dem Wiederauftauchen von Rahel, mit dem Sterben von Lene, eine Fahrt auf, dass einem die Haare aus dem Gesicht fliegen und ich habe, was ich selten tue, die halbe Nacht durch gelesen, weil ich wissen musste, wie die Geschichte weitergeht und wie Svenja Leiber sie erzählen würde. Würde sie es auch angesichts der größten aller großen Gefühle schaffen, nicht pathetisch, nicht peinlich zu werden? Ja, sie schaffte es und sie überraschte einmal mehr. Denn ab diesem Punkt handelt die Geschichte auf einmal weniger von Ruven, als von seiner Tochter Marie. Ruven ist so unterschwellig in der Geschichte, wie er in seinem ganzen eigenen Leben plötzlich nur noch unterschwellig anwesend zu sein scheint, ein Gebrochener, der sein Leben nicht mehr wirklich ergreift. Der Musik, der Kunst, hat er sein Leben gewidmet, aber sie erhört ihn nicht so, wie er es sich immer, mit gutem Grund, erträumt hatte. Die Liebe zu Menschen hat er nie wirklich gelebt, die Musik lässt ihn ein wenig am ausgestreckten Arm verhungern. Da wird er zu einer Schattenfigur, die lebt, was nicht seins ist, mit einer Frau, die keine Liebe in sich hat. Trifft man nicht eigentlich viele solcher Ruvens?
lesen im Garten, bis die Sonne untergeht
Die Tochter aber, von ihm vernachlässigt, in einem Heim nicht gut behandelt, agiert dann alles aus, was an Leben da ist und sie findet ein Glück, eine Liebe, während Ruven all das nicht findet. Somit ist Marie wie Ruvens Kehrseite und folgerichtig nimmt sie ihn irgendwann zu sich auf und folgerichtig wird dann dort, bei seiner Rückkehr aufs Land, die ganze Geschichte von Svenja Leiber aufgelöst. Die letzten etwa zwölf Seiten enthalten die ganze, die perfekte Auflösung und wie von ihr nicht anders zu erwarten, kann es natürlich kein Happy End geben. Ich fand diese letzten Seiten so wunderschön und bewegend, ich habe immer eine gelesen und dann das Buch beiseite gelegt, um sie in mir nachklingen zu lassen. Und bevor ichs mich versah, war das Buch leider doch beendet und die Sonne im Garten ging unter und ich saß noch eine Weile auf meiner Terrasse in der kühlen Uckermarkluft und lächelte vor mich hin. Denn nur selten liest man ein solches Buch, ein großes Buch. Es kommt sofort auf die Liste meiner absoluten Lieblingsbücher. Svenja Leiber ist, in meiner persönlichen Einschätzung, neben Terézia Mora die klügste Schriftstellerin, die wir gerade in Deutschland haben. Also fände ich es folgerichtig, wenn sie in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis gewänne. Achtung Suhrkamp Verlag, Sie wissen es bestimmt, weil Sie sehr gut informiert sind, aber vorsichtshalber erwähne ich es lieber nochmal: die Ausschreibung läuft noch bis 28. März!

© Susanne Becker

P.S. An dieser Stelle möchte ich herzlich dem Suhrkamp Verlag danken, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar dieses wunderbaren Buches hat zukommen lassen!

P.P.S. Ich muss noch erwähnen, weil es die Wahrheit sonst unlauter verfälscht, dass der Interviewer von der Autorenbuchhandlung, Christian Dunker, zwar wirklich lange Fragen stellte, aber witzig war, sehr sogar. Vielleicht kann er mal einen Abend ganz allein gestalten? Meine Lieblingsbuchhändlerin, die neben mir saß und ich, haben sehr gelacht, auch Tage später noch. Er hat Humor und seine Fragen waren, wenn auch, hatte ich das schon erwähnt, lang, durchaus klug! Also Fazit: Ich werde ab jetzt öfter zu den Lesungen der Autorenbuchhandlung gehen. Es lohnt sich!

Montag, 3. März 2014

Die nächsten Bücher, die ich lesen werden


  • San Miguel von T.C. Boyle ist ganz oben auf meiner Liste, denn ich habe soviel Gutes darüber gehört, vor allem von meiner Buchhändlerin Jessica und ihr vertraue ich blind. Ich habe die Bücher von Boyle früher verschlungen, Wassermusik und auch World's End gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern aller Zeiten, und Talk Talk fand ich sehr beeindruckend in der klaren Wiedergabe der modernen Lebenswelt und den sich daraus ergebenden Gefahren. Auf meiner To-Read-List befindet sich auch The Women, ein Buch über die Frauen des Architekten Frank Lloyd Wright. Nachdem ich Loving Frank von Nancy Horan gelesen habe, interessiert mich dieses Thema, zumal ich die Häuser des Architekten wirklich mag und mir von meiner ersten Million eins kaufen werde.
  • Das Ungeheuer von Terézia Mora. Sie ist eine der klügsten Schriftstellerinnen, die es zur Zeit in Deutschland gibt. Ihre Bücher bersten von Beobachtungen, die in die Tiefe unserer Zeit dringen und diese gnadenlos und doch voller Liebe durchleuchten. Ihre Sprache ist eigen, ihr Humor großartig. Ich liebte Der einzige Mann auf dem Kontinent und kann es kaum erwarten, mit dem Nachfolger anzufangen, in dem Flora und Darius wieder tragende Rollen spielen. 
  • NW von Zadie Smith habe ich gleich zweimal zum Geburtstag bekommen. Ich hatte es mir auch gewünscht, das aber keinem erzählt, was ich wirklich einen tollen Zufall fand. Umringt von Menschen, die meine geheimen Wünsche kennen :-) Gewünscht hatte ich es mir, nachdem ich mehrere Interviews mit Zadie Smith gelesen hatte, unter anderem dieses und danach merkte ich, dass ich endlich etwas von ihr lesen möchte. Ich bin gespannt, ob ich das Buch mag.
  • The Gathering von Anne Enright - ganz einfach, weil ich ihr The Forgotten Waltz gerade in den Weihnachtsferien gelesen habe und sehr gut fand. 
  • Aus der Zeit fallen von David Grossman ist ein Buch, das ich mir schon lange gewünscht und nun endlich bekommen habe. Ich hatte davon gehört, nachdem ich Grossmans Eine Frau flieht vor einer Nachricht gelesen hatte. Es ist eines meiner Lieblingsbücher, aber irgendwie viel mehr. Es ist für mich ein Jahrhundertbuch. Mir war also klar, dass ich von diesem Mann noch etwas lesen wollte. Aus der Zeit fallen handelt von Trauer und dem Verlust eines geliebten Menschen. Das ist für mich ein Thema, dem in unserer Gesellschaft immer noch sehr ausgewichen wird. Trauer hat im Grunde weder Zeit noch Platz und ein angemessener Umgang mit Trauernden ist mir zumindest nicht bekannt. In der Regel wird der Tod abgewickelt wie ein Geschäft und einen Tag nach der Beerdigung erwartet man Funktionieren, reibungslos. Ich habe vor kurzem erfahren, dass Trauer, die länger als sechs Wochen dauert, heutzutage bereits als Symptom diagnostiziert und entsprechend behandelt werden kann. Jeder, der einen Menschen verloren hat oder sich auch nur offen mit der Thematik auseinander setzt, weiß aber, dass Trauer ein Weg ist und kein Symptom, ein normaler Prozess, der gewisse Stufen durchlaufen muss und dafür seine Zeit braucht, damit er eben nicht Symptome verursacht. Ein Jahr ist da meiner Erfahrung nach vollkommen normal. So fand ich die Idee, klagend um die Stadt zu ziehen auf der Suche nach dem geliebten Verstorbenen irgendwie betörend, weil der Trauer und dem Verlust angemessen . 
  • Hateship, Friendship, Courtship, Loveship, Marriage von Alice Munro. Eine meiner liebsten Nobelpreisgewinnerinnen schreibt einfach nur gute Bücher und im Grunde könnte ich jeden Monat eines von ihr lesen. Dieses habe ich geschenkt bekommen, also ist es als nächstes dran. So einfach ist das in diesem Fall. 
  • New Seeds of Contemplation von Thomas Merton. Ich habe noch nichts von ihm gelesen, also noch kein ganzes Buch, will ich damit sagen. Aber überall begegnen mir immer wieder einzelne Zitate von ihm, und bislang haben sie mich alle berührt. Schon lange möchte ich deshalb etwas längeres von ihm lesen, und dass es nun dieses ist, ist reiner Zufall. 
  • Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami. Der Grund ist klar: alle reden über diesen Schriftsteller. Ich will endlich mit reden können!
  • Memoiren einer Tochter aus gutem Hause von Simone de Beauvoir habe ich bereits einmal gelesen, vor dreissig Jahren. Damals studierte ich Philosophie und las alles von ihr, von Sartre, von Camus. Sie hat meine Schul- und Studienzeit unglaublich geprägt, mein Denken, meine Ideen darüber, wie man als Frau leben kann. Als ich neulich vor dem Bücherregal stand, sah ich ihre Werke und beschloss, die autobiografischen alle noch einmal zu lesen, denn konkret erinnere ich nicht mehr viel. 
© Susanne Becker

Samstag, 1. März 2014

answers

I’ve made a list of questions
to which I no longer expect answers
-          Wislawa Szymborska-


I entered the room
and there were light and love.
all questions I ever had,
I ever shouted into your face,
desperate, were answered at once.
I even wondered: why ask at all?
why ask questions?
could I have the patience
to wait for answers
without asking?
every question will be
answered, even the ones,
you do not ask, eventually.
if I try to force answers into being,
they will be different, essentially,
from the ones emerging, while I
sit still, write a poem, write
a hundred poems, listening. 
the answer, that is looking for my
question, that is looking for me,
to kiss my lips in true love, in
true light, will find me.
which answer do I prefer?

© Susanne Becker